Alevilik

12 Imame

Die Aleviten sind der Meinung, dass, nachdem Tod des Mohammeds, einer aus seiner Familie, aus dem Ehlibeyt, Kalif werden sollte. Sie belegen die Richtigkeit ihrer Meinung mit der Azhap Sure im 33. Kapitel des Korans. Diese Sure lautet: „Erhört mich, Ehlibeyt! Gott wünscht euch, dass jede Art von Ungerechtigkeit, Unreinheit und Sünde mit euch nicht begegnet und wünscht euch eine reine Seele.“ Die Bedeutung dieser Sure lautet, dass diese Familienangehörigen von Geburt aus eine reine Seele haben. Daraus lässt sich schließen, dass diese Menschen eigentlich Kalif werden sollten. Wie bereits erwähnt ist der Ehlibeyt die Familie bzw. der Stamm des Mohammeds. Der Stamm des Ehlibeyt fängt bei Ali, dem Schwiegersohn und Cousin des Mohammeds, an. Dadurch hatten Ali und seine Söhne Recht darauf Kalif zu werden.

Leider hatten (und haben es heute immer noch!) die sunnitischen Moslems weder eine Liebe noch Respekt diesen Menschen gegenüber, ganz im Gegenteil wurden (werden) sie von den sunnitischen Moslems verfolgt und ermordet. Dieser Hass dauert heute noch. Der Hass hat sich so ausgeformt, dass zuerst Ali danach sukzessiv dieser Stamm verfolgt und ermordet worden ist (worden wird). Alle Imame, außer dem 12. Imam Mehdi, wurden meist vergiftet. Keiner der 12 Imame starben an einem natürlichen Tod.

Die 12 Imame sind den Aleviten sehr wichtig. Sie belegen ihre Liebe an die Imame in ihren Gebeten. Kurz ausgedrückt sind die 12 Imame ein Meilenstein im Alevitentum. Die Aleviten glauben daran, dass der 12. Imam, Imam Mehdi, irgend wann, um ihnen zu helfen, kommen wird.

Die 12 Imame heißen:

Ali

Imam Hasan

Imam Hüseyin

Zeynel Abidin

Mohammed Bakir

Caffer Sadik

Musai Kazim

Ali Riza

Mohammed Taki

Ali Naki

Hasan Askeri

12.Mohammed Mehdi

Von Remzi Kaptan
 

Alevilik tanımı

ALevilik: Allah, Muhammed, Ali kutsalligini kalbinde tasiyan ve Hz. Ali´nin adaletinden ayrilmayan , temelinde insan sevgisi bulunan her dine, mezhebe, inanca saygi duyan ve hosgörüye bakan, dil, din, irk, renk fraki gözetmeyen, eline diline, beline, sahip olma ilkelerini sart kosan ve bunu müsayiplik kurumu ile gerceklestiren, gelmek isteyen inacli insanlari yasadiklari

toplumda kendi istekleriyle kendi kendine yargilamalrini saglayan, esitlikci, katilimci, paylasimci düsünceyi savunan, seryatin bagnaz kurallarina bagli olmayan ve onu red eden, Islam dinini kendine göre-Sünni inancinin disinda yorumlayan , asli dogruluk, kemali dostluk, cevheri merhamet, görüsü esitlik, hazinesi bilgi, meyvesi sevgi hamuriyle yogrulmus, insan-i kamil yani erdemli insan yaratmaya öngören, korkuyu asip, sevgiyle tanriya yönelen , Ene-1 hak ile insani insanin üzünde tanriyi gören yaradan ile yaradilan ikiliginden vahdet-i vücüda (varlik birligi) varan edep ve ahlakli, yasaminin temelinde koyan, insani yücelten hamurunda hem ilahliginin

hemde irfanligin mayasi bulunan, kisinin ahlak ve karakterli yasam ilkelerini belirleyen, dini bicim ve sekil olarak olarak degil, inanc olarak algilayan, dini bagimsiz bir irade gücü ve Batini özelligiyle evremlestiren, akil ve imam bütünlügünde birlestiren ve tüm bunlari kirklar ceminde alinan ilhamla yürüten canlarin inanc sistemidir.

31 Mayis 1998 tarihinde´ki AABF Program tasligindan alinmistir

Aleviten

In der Türkei leben über 23 Mio. Menschen türkischer, turkmenischer, kurdischer und arabischer Herkunft, die sich als Aleviten bezeichnen. In Deutschland schätzt man deren Zahl bei 700.000. In der Türkei leben über 23 Mio. Menschen türkischer, turkmenischer, kurdischer und arabischer Herkunft, die sich als Aleviten bezeichnen. In Deutschland schätzt man deren Zahl bei 700.000.

Das Alevitentum in Anatolien formte sich zwischen 13. und 16. Jahrhundert. Da die Aleviten in Anatolien der vorislamischen Kultur weitgehend verbunden blieben und die geschichtliche sowie religiöse Entwicklung ihres Landes maßgeblich beeinflussten, unterscheiden sie sich sowohl von ortodox-islamischen Sunniten als auch von iranischen Schiiten. Ein Gegensatz sowohl zur sunnitischen als auch zur schiitischen Ortodoxie besteht darin, daß die anatolischen Aleviten die Scharia, das islamische Rechtssystem für religiöse und weltliche Angelegenheit, nicht als das Wort Gottes akzeptieren. Auffallend ist vor allem die grundsätzliche Ablehnung der Gewalt, die Gleichstellung von Frauen und Männern in ihren Gemeinden, die Bewahrung von matriarchalen Familienstrukturen, die Überlieferung des Glaubens und der Kultur durch Dichter und Saz- Spieler. Der türkische Staat ignorierte bis vor kurzem die Existenz von 20 Mio. Aleviten. Er bezeichnete die Bevölkerung in der Türkei immer noch als türkisch und islamisch, gemeint war damit sunnitisch- islamisch. Alle anderen ethnische und religiöse Gruppen existierten staatspolitisch nicht. Obwohl der türkische Staat nach seiner Verfassung laizistisch ( strikte Trennung der Religion vom Staat) aufgebaut ist, unterhält er seit der Gründung der Republik ununterbrochen das Amt für religiöse Angelegenheiten. Dieses Amt beschäftigt für religiöse Dienste derzeit ca. 90.000 Personen, zudem nahezu 88.000 Moscheen, die durchgehend den sunnitischen Islam vertreten, obwohl ein Drittel der Bevölkerung alevitisch ist. Da die Existenz der Aleviten nicht wahrgenommen wird, fördert der Staat weder alevitische Gebetsstätte (Cemevi) noch Gelehrte der Aleviten. Seit dem Militärputsch von 1980 werden auch in alevitischen Dörfern Moscheen gebaut und sunnitische Vorbeter entsandt, obwohl die Aleviten nicht in Moscheen sondern in Cemhäuser beten.

Mit der Verabschiedung der türkischen Verfassung, die im Jahr 1982 von den Militärs diktiert wurde, ist der Religionsunterricht in den Schulen als Pflichtfach eingeführt worden, an dem auch alevitische Kinder teilnehmen und die sunnitische Lehre gegen den Willen ihrer Eltern lernen müssen. Das bedeutet eindeutig ein Verstoß gegen die Glaubensfreiheit der alevitischen und andere nicht sunnitischen Schüler. Unter der sunnitischen Bevölkerung herrschen weitgehend falsche und mit Vorurteilen behaftete Informationen über das Alevitentum. Allein diese Fakten zeigen, dass die Aleviten in der Türkei keine Religionsfreiheit genießen sondern langfristig durch staatliche Förderung sunnitisiert werden. Die Situation der Aleviten in Deutschland ist nicht viel besser als derer in der Türkei. In Deutschland leben schätzungsweise 700.000 türkische und kurdische Aleviten aus der Türkei. Obwohl die Aleviten in Deutschland Religionsfreiheit genießen könnten, sind sie teilweise der Unterdrückung von fanatisch- islamischen Kreisen ausgesetzt. Sie übten bis vor ca. 10 Jahren auf Aleviten einen moralischen Druck aus, wenn z.B. die alevitischen Familien ihre Kinder nicht in die Korankurse schickten. Die Aleviten können gegen diesen Druck erst jetzt Widerstand leisten, nachdem in vielen Städten in den letzten Jahren alevitische Kulturvereine gegründet wurden und durch die Föderation der Alevitischen Gemeinden in Deutschland aktiv ihre Interesse zur Sprache bringen. Trotzdem können die alevitischen Schüler in der Schule die alevitische Lehre noch nicht lernen. Der angebotene Religionsunterricht im Rahmen des muttersprachlichen Ergänzungsunterrichts ist auch in Deutschland immer noch durchgängig sunnitisch geprägt.

Obwohl der Ursprung des alevitischen Glaubens in die Frühzeit des Islams zurückgeht, unterscheidet es sich doch gravierend von der Lehre des sunnitischen Islams in der Türkei und des schiitischen Islams im Iran. Im Alevitentum ist die Frau sowohl in der Lehre als auch im religiösen Verhalten wie z.B. im Cem-Gebet dem Mann völlig gleichgestellt. Das Alevitentum kennt keine Geschlechtertrennung. In der alevitischen Lehre ist die Polygamie verboten und unbekannt. Menschen anderer Glauben und andere Glaubensgemeinschaften werden respektiert und als Geschwister betrachtet, was im folgenden Spruch zum Ausdruck kommt: \"Behandele 72 Volksgruppen gleich.\" Die höchste Strafe in der alevitischen Lehre, anders als in der sunnitischen Lehre, die die Todesstrafe für einen Straftäter vorsieht, ist der Ausstoß des Betroffenen aus der Gemeinde. Deshalb wird unter Aleviten auch die Blutrache nicht gefördert, ja sogar verachtet. Das Handeln der alevitischen Geistlichen (Dede) beschränkt sich auf das geistige Leben der Gemeindemitglieder; das Alevitentum kennt kein göttlich offenbartes Scharia- Gesetz. Das Ethos der Aleviten beruht auf Reinheit der Zunge, Reinheit der Hand und Reinheit der Lende. Das Ziel des alevitischen Ethos ist die Annäherung an Gott.

Die alevitische Gemeinde ist nach der Bindung an einem bestimmten Geistlichen (Dede bzw. Pir), die aus verschiedenen Geistlichenhäuser (Ocak) stammen, deutlich und klar organisiert. Die Aleviten bekennen sich eindeutig zum laizistisch-demokratischen Staat. Die Aleviten beten individuell abends und Donnerstagabends in der Gemeinde, der Cemversammlun. Sie gehen nicht in die Moschee, sie haben in der Regel eigene Kultstätte (Cemevi). Der Kult der Aleviten ist durch gegenseitige Versöhnung, Musik und Tanz beider Geschlechter ausgezeichnet. Die Aleviten Fasten nicht im Monat Ramadan, sondern 12 Tage imMonat Muharrem. Die Aleviten pilgern nicht nach Mekka. Die Aleviten in Deutschland bild ein im bezug auf die Religionskultur eine weitgehend homogene Gruppe, die neben den Gemeinsamkeiten mit anderen gesellschaftlichen Gruppen eigene Glaubens- und Verhaltensmuster hat. Sie verstehen sich als eine religionskulturelle Gruppe, die im islamischen Kulturraum einen eigenständigen Glaubensinhalt entwickelte.

Aleviten sind dabei, ihren Glauben wiederzubeleben, durch interreligiösen Religionsunterricht bzw. Unterricht mit alevitischen Glaubensinhalten. Sie sind angewiesen, den durch bisher weitgehend mündlich überlieferten Glaubensinhalt in türkischer und deutscher Sprache und durch moderne pädagogische Methoden aufzuarbeiten. Die alevitische Lehre gibt einzelnen Individuen eine absolute Gewissensund Glaubensfreiheit mit dem Spruch \"Jeder ist für sich verantwortlich\". AlevitInnen sind frei, ihren Glauben selbst zu bestimmen. Es gibt kaum einen Zwang der Gemeinde oder der Mitmenschen auf den einzelnen. Es gibt in alevitischen Gemeinden einen Konsens darüber, dass die verfassungsrechtlichen Grundwerte, wie z. B. die absolute Unantastbarkeit der Menschenwürde, Gleichberechtigung von Mann und Frau, religiös-weltanschauliche Neutralität des Staates, Meinungs- und Glaubensfreiheit, unveränderbar und zu verteidigen sind.

Die Aleviten, die etwa 30 % der in Deutschland lebenden Bevölkerung aus der Türkei ausmachen, fühlen sich verpflichtet, die Deutschen und die deutsche Öffentlichkeit sowie andere Migrantinnen und Migranten in Deutschland über ihre Situation und ihre Probleme zu informieren und einen Beitrag zur multikulturellen bzw. multireligiösen Gesellschaft zu leisten. Wie es aus den Satzungen der einzelnen Gemeinden und der Dachorganisation Föderation der Aleviten Gemeinden in Deutschland e.V. hervorgeht, ist unser Hauptziel, die alevitische Kultur zu erhalten und zu pflegen. Wir setzen uns für Menschenrechte, Glaubensfreiheit und Gleichberechtigung von Mann und Frau ein. Wir unterstützen alevitische Eltern, ihren Kindern die alevitischen Lehre und Kultur zu vermitteln. Wir bieten in unseren Vereinen Gruppenangebote an: z. B. Mädchengruppen, Ältere Migrantinnen und Migranten, kulturelle Veranstaltungen, Jugendgruppen, Kulturgruppen sowie Cem- Gebete. Unsere Aktivitäten werden weitgehend ehrenamtlich durchgeführt. Eines der Hauptanliegen der Aleviten Föderation besteht darin, mit den kulturellen Aktivitäten und der Öffentlichkeitsarbeit einen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenleben zu leisten. Nur so können neue Kontakte und Freundschaften zwischen alevitischer und deutscher Bevölkerung aufgebaut und der interreligiöser Dialog verstärkt werden.

Von: İsmail Kaplan, Bildungsbeauftragter der AABF

Der CEM

Die religöse Veranstaltung im Alevitentum wird Cem genannt. Die Voraussetzung für jeden Cem sind der Dede und die 12 Pflichten. Bei dem Dede handelt es sich um einen direkten Nachkommen der Ehlibeyt-Familie. Er muß in die historischen, philosophisch -religiösen und rechtlichen Aspekte der alevitischen Glaubensrichtung eingeweiht sein und durch sein Verhalten soll er als Vorbild für die Gemeinde gelten. Außerdem wird erwartet, daß er den Koran beherrscht.

Ihm wird auch der Besitz von besonderen Kräften ( keramet ) zugeschrieben, wenn er diese nicht bereits persönlich durch das Wirken kleinerer oder größerer Außergewöhnlichkeiten unter Beweis stellen konnte, sollten zumindest von einem seiner Vorfahren derartigs bereits vollbracht worden sein. Er muß außerdem ein begabter Geschichtenerzähler und ein erfahrener Musiker sein, denn ihm obliegt auch die musikalische Leitung des Cem. Im Folgenden zählen wir die restlichen 11 Pflichten bzw. deren Beauftragte auf, die wir auch als Diener bezeichen können.

Auch der Dede gilt als Diener,

2. Der zweite Diener heißt Rehber. Seine Aufgabe ist es den Teilnehmern des Cem behilflich zu sein und als eine Art religiöser Wegweiser zu wirken.

3. Der dritte Diener heißt Gözcü. Seine Aufgabe ist es, für einen ordentlichen Ablauf zu sorgen.

4. Der vierte Diener heißt Ceragci. Seine Aufgabe ist es, für Licht zu sorgen.

2. Der fünfte Diener heißt Zakir. Sie übernehmen die musikalische Aufgabe, indem sie den Dede auf der Saz begleiten.

3. Der sechste Diener heißt Süpürgeci. Seine Aufgabe ist es den Cemplatz zu fegen, oder unter Umständen dem Rehber behilflich zu sein.

4. Der siebte Diener heißt Sakkaci. Seine Aufgabe ist es Wasser zu verteilen.

5. Der achte Diener heißt Sofraci. Seine Aufgabe ist es sich um die Opfergaben und das Essen zu kümmern.

6. Der neunte Diener heißt Pervane. Deren Aufgabe ist es den rituellen Tanz Semah zu tanzen.

7. Der zehnte Diener heißt Peyik. Seine Aufgabe ist es die Gemeinde zu benachrichtigen.

8. Der elfte Diener heißt Iznikci. Seine Aufgabe ist es für die gesamte Sauberkeit zu sorgen.

9. Der zwölfte Diener heißt Bekci. Seine Aufgabe ist es als Wächter für die Sicherheit der Veranstaltung zu sorgen.
 

Eline, beline, diline sahip ol

Insanin bu üç organi toplumu ve insani gelistirdigi, özgürlestirdigi gibi ayni zamanda insani ve toplumu düskünlestirir, yozlastirir. Ulu Hünkâr bütün bu gerçeklikten yola çikarak Alevi inancinda saglam bir ahlâk sistemi kurmustur. Simdi bu ahlâk sistemini biraz daha inceleyelim:

EL: Insanin eli her türlü iyiligin ve yine kötülügün uygulayicisidir. Insan eline sahip olmadi mi katil, hirsiz olur. Insan eline sahip oldu mu üretir. Üreten ve yaratan, çaba sarf eden, emek harcayan insanda güzel insandir. Güzel insanda kendisinden baslayarak topluma hizmet edendir. Toplumsal huzuru, barisi saglayandir.

BEL: Insan kendi hayvani cinsel güdülerine hâkim olmadi mi her türlü sapikligi yapar. Sapiklik, toplumsal çürümeye, ahlâksizliga götürür. Bunun ziddi olan, yani insan cinselligi olumlu anlamda bir üreme araci olarak degerlendirdiginde sonuç yine toplumsal ve bireysel huzur olur. Yine insan dogan çocuguna gereken ilgiyi göstermedi mi o çocuk toplumun basina belâ olur, her türlü zararli olaya açik olur. Demek ki; insan eline, beline hâkim olmakla salt hayvani güdülerini dizginlemiyor. Bununla beraber olusturdugu aile sistemiyle kendisinin vesile oldugu çocugunu da egitiyor.

DIL: Dil insanlar arasinda iletisimi saglayan organdir. Bir insan dilini iyilik için de kullanabilir kötülük için de. Insan dilini yalandan, riyadan, sahtelikten korumali ve yalana, sahtelige alet etmemeli, yani diline sahip olmali. Duydugu olumsuzluklari düzeltmeli, yalandan kaçmali, kilit vurmali. Dilini iyi, güzel insani ve dolayisiyla toplumu huzura kavusturacak sekilde kullanmali.

Ulu Hünkâr Haci Bektas Veli Makalat adli kitabinda söyle sesleniyor insanliga: "Insanin üç iyi dostu vardir. Öldügünde, bunlardan biri evde, öbürü yolda kalir. Üçüncüsü ise kendisiyle birlikte gider. Evde kalan mali, yolda kalan dostlaridir. Kendisiyle giden ise iyiligidir." Bir insan Eline, Beline, Diline sahip oldugu müddetçe iyi bir insandir. Eline sahip olmakla; kendisini her türlü siddetten, hirsizliktan, cinayetten korumus olur. Beline sahip olmakla; çocuguna iyi bir baba, esine ise iyi bir es olur. Yoksa her türlü hayvani güdüyü tatmin etmek için ömrünü geçirir. Diline sahip olan ise kendisini her türlü yalandan, sahtelikten korumus olur. Eger insanlik bu ilkeleri asgari bir sekilde uygulasa her türlü yozlugun ve yobazligin sonu gelir.

Hacı Bektaş Veli

Einer der wichtigen Geistigen (Pir) der anatolischen Aleviten ist Haci Bektas Veli. Er wurde um 1210 in Nisapur geboren und um 1270 verstarb dieser in Nevsehir Haci Bektas Veli hatte den Auftrag das Alevitentum in Anatolien zu verbreiten. Er erhielt in seiner Jugend von verschiedenen Lehrmeistern eine ausgezeichnete Bildung über die mystische Seite des Islams.

Er fand im Anatolien mit seiner außergewöhnlichen Menschenliebe, Toleranz, Weisheit und Wunderkraft viele Anhänger und gewann in ihren Herzen ein Platz der Unsterblichkeit. Er leistete den Menschen seelischen Beistand und zeigte ihnen Wege um ihr Leben zu verbessern. Eins der Gründe, warum seine Lehre des Islams so viele Anhänger fand, ist, dass die Lehre die türkische Sprache zur Kultsprache machte. Ein weiterer Grund dafür ist, dass die ungewöhnliche Lehre des Geistigen die Sunna somit auch die Scharia unbeachtet lässt. Die Philosophie und mystische Seite seiner Lehre wurde von Volkssängern weitergegeben. Zu den bekanntesten Dichtern und Sängern gehören Yunus Emre und Pir Sultan Abdal. Die Chronik seines Lebensverlaufs ist der Menschheit sehr wichtig, jedoch nicht so sehr wie seine Erkenntnisse. Viele Erkenntnisse des Haci Bektas Veli sind Heute noch erhalten. Einige aussagekräftige Erkenntnisse sind:

Das alevitische Sittensystem ruht größten Teils auf folgende Wörter des Haci Bektas Veli: “Schütze die Reinheit deiner Zunge, deiner Hand und deiner Lende.“ Dies ist eine Erkenntnis des Haci Bektas Veli, wonach man heute noch sein Leben zu führen hat.

Von Remzi Kaptan

Hazreti Ali

Hz. Ali Hz. Ali wurde am 21. März 598 geboren. Am 24. Januar 661 wurde er von Ibn Mülcem durch ein giftiges Messer ermordet. Hz. Ali ist Mohammeds Cousin. Mohammed hat ihn erzogen. Er ist der erste Mensch, der den Islam als Religion anerkannt hat. Er ist auch der Schwiegersohn des Propheten, somit der Fortführer der Prophetenfamilie, des Ehlibeyit.

Hz. Ali, der erste Moslem, hat lebenslang für den Islam gearbeitet. Er wurde niemals mit einer Kriegsniederlage konfrontiert, denn er verfügte über eine „übermenschliche“ Kriegskraft. Niemand verfügt über soviel Weisheit, Tapferkeit, Mut, Opferbereitschaft und Hilfsbereitschaft wie er. Tyrannen haben sich vor ihn sowohl zu seiner Lebenszeit, als auch nach seinem Tod gefürchtet. Er ist der Freund der Unterdrückten (gewesen). Götzendiener, die den Islam wegen seinem Reichtum als Glaube anerkannt hatten, versuchten Ali niederzumachen.

Da Ali unbesiegbar war, genossen sie niemals Alis Niederlage, deshalb setzten sie ihre Tyrannei auf dem Ehlibeyit fort. Diese Machtbesessenen, tyrannischen Götzendiener waren Ebu Süfyan, Muawiya, Mervan, Yezid. Sie hatten alle nur ein Ziel, den Ehlibeyit zu vernichten. Sie haben alle 12 Imame, darunter auch Hz. Ali, ermordet. Keiner der 12 Imame starb an einem natürlichen Tod. Die Tyrannei, unter der der Ehlibeyit litt, war gegenüber Mohammed und dem Islam. Die Tyrannen selbst waren Befehlshaber über dem islamischen Reich. Sobald Mohammed starb, wurden diese Götzendiener zu Herrschern. Ihre Grausamkeit wuchs von Tag zu Tag, angefangen von Ebubekir, fortgeführt von Yezid bis hin zu dem Osmanischen Sultan, Yavuz Sultan Selim. Bis hin zur Gegenwart litten/ leiden Menschen unter ihren unberechenbaren Grausamkeiten. Über diese Taten gibt es viel zu berichten. Obwohl Jahrhunderte vergangen sind tragen sie eine Aktualität, denn Jahrhunderte sind nur im Bezug auf den Anfang der Tyranneien vergangen. Die Verfolgungen, Ermordungen, Unterdrückungen dauern heute noch an. Die Mission der Befehlshaber wurde prachtvoll ihren Nachfolger weitergegeben. Ihre Mission hat heute vielmehr an Scheinheiligkeit und Boshaftigkeit gewonnen. Zuerst hat man die 12 Imame ermordet, jetzt wird in Gebeten den 12 Imamen Dankbarkeit geschenkt. Womit außer als Scheinheiligkeit kann man dieses Verhalten noch abwerten? Leider fanden in der Islamischen Geschichte diese Tyranneien unter anderem statt. Diese Tyranneien prägen den Islam heute noch. Führen wir mit dem Kennen lernen des Ali fort.

Der Islam wuchs unter Alis tapferem Kampf. Der Islam gewann immer mehr Anhänger. Die Moslems waren auch finanziell sehr Erfolgreich. Die Erfolge des Islam brachten viele Gefahren mit sich. So kannten Götzendiener den Islam als Glauben an. Diese Götzendiener entschieden sich auf gar keinem Fall für den Islam wegen seiner Lehre, sondern sie wollten Teil an dem Erfolg des Islam erhalten. Sie fingen mit ihren Schandtaten während Mohammeds Lebenszeiten an. Nachdem Mohammed diese Welt verlies, wurden ihre Schandtaten unberechenbarer. Sie bildeten eine Front gegenüber Ali, somit Mohammed. Als eine wachsende Religion verstaatlichte sich der Islam. Führer des Islam war der Kalif. Der Kalif regiert über die Moslems sowohl in religiösen Bereichen, als auch in politischen Bereichen des Lebens. Der Kalif hat eine sehr wichtige Position. Mohammed wollte, dass nach seinem Tod Ali Kalif werden sollte. Niemand widersprach dem Propheten. Aber kurz nach dem Tod des Propheten hatten die Götzendiener den Wunsch des Propheten missachtet und den Kalifen gewählt. Während Ali sich um die Beerdigung des Propheten kümmerte, wählten diese Machtbesessenen Götzendiener den Kalifen. Ali ist ein einzigartiger Mensch, er hätte sein Amt, den Kalifat, ehrenvoll ausgeübt. Er ist der erste Moslem, er hat lebenslang für den Islam gearbeitet, er hat für die Ausbreitung des Islam gesorgt. Seine Weißheit, Tapferkeit, Hilfsbereitschaft und Opferbereitschaft ist von niemandem zu übertreffen. Außerdem führt der Stamm des Propheten durch ihn fort. Mohammed hat folgendes über Ali gesagt: „Ich bin die Festung der Wissenschaft, Ali ist ihr Eingang.“ „Wer Ali nicht liebt, liebt mich nicht.“ „Derjenige, der Ali missachtet, missachtet mich.“ Es gibt noch viele weitere Beispiele für die Beziehung zwischen Ali und Mohammed. Jeder Moslem kennt die Beziehung zwischen den Beiden an. Im heutigen Sunnitentum wird die Liebe zwischen Ali und Mohammed anerkannt. Jedoch werden Tatsachen über Ali und dem Ehlibeyit verdeckt, denn die Mehrheit ist von Habsucht und Intrige geprägt. Wenn sie die Unterdrückungen der Prophetenfamilie an das Tageslicht bringen würden, würden sie die Tyranneien ihrer Vorfahren belegen. Dies ist politisch in der Sunnitisch-Islamischen Welt unmöglich.

Die Informationen, die wir ihnen bis jetzt gegeben haben, sind Allgemeine Informationen. Wir Aleviten haben unsere eigenen charakteristischen Meinungen über Alis Person. Wir werden unsere eigenen Meinungen zu Ali natürlich auch zur Sprache bringen. Ali hat sich nicht gegen die Kalifenwahl gewehrt: Obwohl er gegen diejenigen, die den Kalifen gewählt hatten, hätte antreten können, hat er dies nicht gemacht. Eine Auseinandersetzung hätte dem damals einheitlichen Islam viele Schäden gebracht. Er hat Ebubekirs Kalifat akzeptiert. Seine Anhänger lehrte er die Vergänglichkeit von Macht und Reichtum. Aber diese Götzendiener, die nun Befehlshaber über dem Islam waren, waren nicht mehr mit Reichtum und Macht zufrieden. Sie formten den Islam nach ihren Gewinnen. Mohammed hatte nicht nur die Götzen vernichtet, sondern auch all ihre Traditionen. Die Befehlshaber brachten diese alten Traditionen aus der Götzenzeit zurück und meinten, dass diese Traditionen dem Islam angehören würden. Mohammed hatte all die ungerechten Traditionen der Götzendiener vernichtet, hierbei spielte Ali eine sehr bedeutenswerte Rolle. Ali legte all diese Traditionen aus. Ali erledigte diese Aufgabe, wie all seine anderen Aufgaben, ausgezeichnet. Die Befehlshaber konfrontierten Ali mit Schwierigkeiten, um zu gewinnen. Ali besiegte diese Schwierigkeiten problemlos. Ali war geduldig, geduldiger als jeder andere Mensch. Ali setzte sein Kampf mit einer viel größeren Entschlossenheit fort, seine Entschlossenheit und Zielstrebigkeit machten die Tyrannen verrückt.

Nachdem Tod Ebubekirs wurde Ömer zum Kalifen gewählt. Ali hätte gegen diese ungerechte Wahl antreten können, hat er aber nicht. Er war unbesiegbar. Niemand hat ihn je besiegt. Er hat sich nicht vor den Kalifen gefürchtet. Er wollte keine Teilung im Islam verursachen, daher schwieg er. Mohammed wollte, dass Ali Kalif werden sollte. Natürlich hätte Ali dieses hochwertige Amt ehrenvoll ausüben gewollt, nicht nur um den Wunsch Mohammeds zu erfüllen, sondern um den Islam so weiterzugeben wie er ist. Nachdem Ömer starb wurde Osman zum Kalifen. Ali war geduldig, seine Geduld war seine größte Waffe. Unter den Befehlshabern entstanden Uneinstimmigkeiten. Diese Uneinstimmigkeiten wuchsen schnell zu Auseinandersetzungen, so dass sie Osman ermordet haben. Osman wurde von den Machtbesessenen Tyrannen ermordet, von denen, die ihn zum Kalifen gewählt hatten. Nach dem Tod Osmans wurde Ali endlich, zwar viel zu spät, zum Kalifen gewählt. Die Befehlshaber, die minderwertigen Götzendiener, mussten Alis Kalifat akzeptieren.

Über Alis Kalifat könnte man mehrere Geschichtsbücher schreiben, denn während Alis Kalifat geschahen den Islam sehr stark prägende Ereignisse. Ali wurde endlich zum Kalifen gewählt, aber die Tyrannen gönnten Ali sein verdientes Kalifat auf gar keinem Fall. Ali war damit beschäftigt, die Fehler der Kalifen zu wiedergutmachen. Ali versuchte den veränderten Islam wieder in seine eigentliche unveränderte Form zu bringen. Währendessen planten die Tyrannen Alis Tod. Am 24. Januar 661 tötete Ibn Mülcem Ali mit einem giftigen Messer. Mit Alis Tod fing ein blutiges Kapitel der islamischen Geschichte an. Seitdem werden Alis Anhänger mit unmenschlichen Tyranneien konfrontiert. Die Tyranneien werden einzigartig, wie eine prachtvolle Kultur, den Nachfolgern der Tyrannen weitergegeben. Diese Nachfolger üben ihr Amt sehr professionell aus. Die Tyranneien finden heute noch statt. Ja sie finden statt. Heute, in der Gegenwart, in der Menschen das Weltall forschen, die Wissenschaft ihren Höhepunkt erreicht hat, töten Menschen Menschen nur wegen ihrem Glauben. Getötet, verfolgt werden Menschen, die Alis Anhänger sind, somit ein Teil des Islam sind. Die Tötenden Menschen sind die, die sich als (sunnitisch-orthodoxe) Moslems bezeichnen und seit 1400 Jahren die Anhänger Alis, somit die Anhänger Mohammeds, töten, verfolgen.

Von Remzi Kaptan
 

Kerbela olayı

Kerbela günümüzde Irak sinirlari içinde yer alan* cografi bir bölgedir. Kerbela'yi önemli kilan Hz. Muhammed'in torunu, Hz. Ali'nin oglu üçüncü Imam Hüseyin'in 680'de Emevi halifesi Muaviye oglu Yezid'in askerleri tarafindan Kerbela'da sehit edilmesidir.
Bu insanlik disi katliam tarihe "Kerbela Olayi" olarak geçmistir. Kerbela olayi aradan asirlar da geçse unutulmayacak kadar derin, anlamli, ögreticidir. Kerbela, iyi ile kötünün, zalim ile mazlumun, lanetli ile kutsalin, karanlik ile aydinligin hesaplasmasidir. Imam Hüseyin burada kutsalligi, mazlumu, aydinligi temsil etmektedir.
(*Kerbela = Imam Hüseyin'in sehit edildigi ve Türbesinin bulundugu kenttir.)

KERBELA OLAYI NASIL GELISTI

Kerbela Olayi'nin kökeni Hz. Peygamberin veda haci'na ve yazilmayan vasiyetine kadar gider. Bilindigi gibi Hz. Muhammed peygamberligini açikladiktan sonra Islamiyet hizla gelisti. Bu gelisme Mekkeli müsrikleri telaslandirdi. Onlar Hz. Muhammed'e olmadik engeller çikardilar. Hz. Muhammed bütün bu engelleri asti. Hz. Muhammed bütün bu müsriklerin, putperestlerin çikardigi sorunlar ve engellerle mücadelede en büyük yardimi Hz. Ali'den görüyordu.

Hz. Ali Peygamberin yaninda egitim almis, Islamiyet'i ilk kabul etmis ve ayni zamanda Peygamberin kizi Hz. Fatma ile evlenerek Peygamberin soyunun sürdürücüsü olmustu. Hz. Ali Kuran'da geçen ve onlarca hadiste geçen Ehlibeyt'tendir. Ehlibeyt Hz. Muhammed'in ailesi demektir. Ehlibeyt Hz. Muhammed, Hz. Ali, Hz. Fatma, Hz. Hasan ve Hz. Hüseyin'den olusmaktadir. Hz. Muhammed'in Medine'ye hicretinden sonra Islam dini gelismeye devam etti. O kadar gelisti ki, Mekkeli putperestler bile Müslüman oldular. Iste bu putperestlerin içinde Mekke'nin en zengin kisilerinden biri olan Ebu Süfyan da vardi. Ebu Süfyan ve benzerleri Islam'a Peygambere inandiklari için Müslüman olmadilar.

Onlar gelisen Islamiyet'in maddi degerlerine sahip olmak için Müslüman oluyorlardi. Hz. Muhammed bütün bunlari görüyor ve ona göre de önlem aliyordu. Hz. Muhammed çok açik bir sekilde kendisinden sonra Müslümanlarin önderinin (Halifesinin) Hz. Ali olmasi gerektigini beyan etmistir.
Ama bütün bunlar hiçe sayildi. Hz. Muhammed'in vefatindan sonra bu eskinin putperest, müsrik bezirganlari bir ara geçis dönemi hazirladilar. Bu dönemde sirasiyla Ebubekir, Ömer ve Osman halife oldular. Daha sonraki dönemde ise Hz. Ali halife oldu. Hz. Ali'nin halifeligi daha bastan engellenmis ve onun asagilanmasi, yigitliginin, fedakârliginin basitlestirilmesi saglanmisti. Hz. Ali bütün bu oyunlara karsi dogru bildigi Hak yolundan sasmamis, dünya malina, paraya pula tamah göstermemisti.

Hz. Ali kendisine yapilan onca haksizliga karsin sabir göstermis, Islam toplumunun içine nifak sokulmasin diye, kan dökülmesin diye insanlari dogruluga davetini sürdürmüstür. Ama ne yazik ki, Hz. Ali'nin bütün bu çabalarina karsin dünya malina tamah gösterenler, gözünü iktidar hirsi bürümüs olanlar bunu anlamiyordu. Nitekim Ebu Süfyan oglu Muaviye yaptigi bin bir dalavere ve haksizlikla kendisini halife ilân ediyordu. Islamiyet'i bir iktidar araci olarak görüyordu. Muaviye Hilafeti de babadan ogula geçecek bir kurum olarak sekillendiriyordu. Muaviye dönemindeki Emevi saltanati salt Hilafet için degil, ayni zamanda kendi iktidarlarina hizmet edecek bütün din disi gelenekleri, töreleri, adetleri din adina kurallastiriyor, kurumlastiriyordu.

Hz. Ali ve Ehlibeyt var gücüyle bütün olumsuzluklari gidermeye çalisiyor, insanlari gerçege davete devam ediyorlardi. Ama Muaviye acimasizdi. Hz. Ali sehit ediliyor, ardindan ikinci imam Hasan zehirlettirilerek sehit ediliyordu. Bu arada Muaviye ölüyor, yerine oglu Yezid geçiyordu. Yezid kendi iktidari için Imam Hüseyin'i tehlikeli görüyordu. Çünkü Imam Hüseyin Ehlibeyttendir. Yani Hz. Peygamberin torunu, Hz. Ali'nin ogluydu. O, dogrulugun, hakkin, adaletin, gerçeklerin yilmaz savunucusuydu. Bu arada Emevi saraylarinda din disi ne varsa din adina mesru gösteriliyordu. Halk isyan ediyor ama Emevilerin kurdugu askeri teskilat halka göz açtirmiyordu. Iste Küfe halki da baskilardan bikmisti. Küfeliler her gün Imam Hüseyin'e davet üstüne davet gönderip, kendisini halife olarak kabul ettiklerini belirtiyorlardi.

Imam Hüseyin engin öngörüsüyle Küfelilerin ihanet edebileceklerini biliyor buna karsin kendi sorunlulugunun geregini yerine getirecegini söylüyordu. Ve Imam Hüseyin yakin aile çevresi ile Küfe'ye varmak için yola çikiyordu. Emevi saltanatinin sürdürücüsü lanetli Yezid bu durumu haber aliyor ve önüne engeller çikariyor, onu öldürmek için planlar kuruyordu. Yezid ve taraftarlari Küfelilerden Hz. Hüseyin taraftarlarini baski altina aldilar. Bazilarini ise rüsvetle ve çesitli vaatlerle Imam Hüseyin'den bagliliklarini vazgeçirdiler. Imam Hüseyin'in ailesi yaklasik 70 kisiden olusuyordu. Buna karsin Yezid'in ordusu ise binlerce kisiden. Yezid'in komutanlari, Imam Hüseyin'e Yezid'e biat etmesini ve böylelikle onu birakacaklarini söylediler. Imam Hüseyin asla zalime biat etmeyecegini, boyun egmeyecegini ve gerekirse bunun için sehit olacagini defalarca tekrarladi. Imam Hüseyin dedigi gibi yapti ve Yezid'e biat etmeyerek, onurlu bir sekilde direnerek sehit düstü.

Kerbela Olayi Islam'da saflari netlestirmistir. Zalime asla biat edilmeyecegini göstermistir. Alevilik inancinda Kerbela Olayi büyük bir öneme haizdir. Aleviler dünyanin neresinde olurlarsa olsunlar, adlari ne olursa olsunlar, Hz. Hüseyin'e baglidirlar. Onun için oruç tutarlar, yas tutarlar. Onun çektigi acilari bir nebze de olsa hissetmek için çile çekerler. Aleviler sadece yas tutarak Imam Hüseyin'i anmazlar. Ayni zamanda ondan her defasindan bir seyler ögrenirler. Dünya döndükçe, insanlar varoldukça Kerbela unutulmayacak.

Pir Sultan Abdal

Pir Sultan Abdal, yedi ulu Alevi ozanindan birisidir.Kisiligiyle, sanatiyla, direnisiyle günümüzde de güncelligini ve hakliligini korumaya devam ediyor. Pir Sultan Abdal'in asil ismi Haydar'dir. Soyu Yemen'den olup oradan Hoy'a yerlestikleri Anadolu'ya göçle beraber Sivas Yildizeli Banaz yaylasina yerlestigi belirtilmektedir. Kesin dogum ve sahadet tarihi bilinmemekle beraber 1500'lü yillarda yasadigi varsayilmaktadir. Pir Sultan Abdal'in en büyük özelligi ne pahasina olursa olsun inandigi degerlerden zerre kadar taviz vermemesidir. Pir Sultan Abdal'in günümüzde de oldukça popüler olan siirlerinden anlasildigi üzere, Pir Sultan komple bir insandir.

O salt bir sair degil, ayni zamanda halkin önderi, sözcüsü olarak siyasi bir kisiliktir de. Nitekim bunu bilen Osmanli devleti, Pir Sultan'a mevki makam sunmus bunda basarili olamayinca Pir Sultan'i idam ettirmistir. Osmanli devleti onu idam edip yok edeyim derken Pir Sultan Abdal daha da ölümsüzlesti. Pir Sultan Abdal, siirlerinde genellikle Alevi davasina ve ulularina olan bagliligini islemistir. Bunlarin basinda da Hz. Muhammed, Hz. Ali, On iki Imamlar, Haci Bektasi Veli gelmektedir. Pir Sultan kendi çaginin acilarina ancak direnisle son verilecegini coskulu bir sekilde siirlerinde dile getirmistir.

Pir Sultan Abdal'in yasadigi 1500'lü yillarda Anadolu da Osmanli zulmü vardi. Osmanli devleti halki agir vergilere bagliyor olmadik baskilar uyguluyordu. Bu baskilarin sonucu sürekli isyanlar, baskaldirilar gelisiyordu. Gelisen baskaldirilar anli-sanli Osmanli imparatorlugunu sarsiyordu. Osmanli imparatorlugunun yöneticileri sadece isyan edenleri degil, bir bastan bir basa tüm halki kiliçtan geçirip, kanli saltanatlarini sürdürüyorlardi. Iste Pir Sultan Abdal böylesi kosullarin agir oldugu bir dönemde Anadolu'yu karis karis gezerek bir muhalefet hareketi gelistiriyor ve halki sömürücü düzene karsi direnmeye çagiriyordu.

Pir Sultan Abdal'in çagrisi salt Aleviler için degil, Osmanlinin sömürge düzeninden rahatsiz olan herkeseydi. Pir Sultan'in en büyük propaganda malzemesi Alevi ögretisindeki esitligi, paylasmaciligi dile getirdigi siirleriydi. Pir Sultan Abdal Alevi ögretisi hakkinda muazzam bir bilgi birikimine sahipti. Bu bilgisini siirlerine yansitiyor, bir 'yol' insani olarak inancinin gereklerini yerine getiriyordu. Bilindigi gibi Alevi inancinin en belirgin özelliklerinden biriside, ne pahasina olursa olsun haksizliga, sömürüye, zalimin zulmüne karsi olmaktir. Pir Sultan bu ilkeyi sonuna kadar savundu ve sonunda da Osmanli devletinin Sivas pasasi Hizir (Hinzir) tarafindan astirilarak ilkeleri ugruna sehit edildi.

Pir Sultan Abdal, Alevi toplumunun yetistirdigi en büyük kahramanlardan biridir. Pir Sultan Abdal eylemiyle, sanatiyla bir çigir açmistir. Anadolu da Pir Sultanlar gelenegini baslatmistir. Bu gelenek onurlu, erdemli insan olma gelenegidir. Bu gelenek ve yarattigi degerler, evrensel anlamda bütün insanlik için bir sereftir.

Redewendungen

Haci Bektas Veli
Yunus Emre

Wissen ist, Wissen zu wissen,
Wissen ist, sich selbst zu kennen.
Kennst Du Dich selbst nicht,
Wie ist dann Wissen möglich?

H. Ali

"Jedes Gefäß wird beim Auffüllen immer enger,
Aber das Gefäß des Wissens wird immer breiter,
wenn man es auffüllt."

"Es kann kein besseres Hab und Gut geben als Vernunft;
kein besserer Freund als ein guter Charakter;
keine bessere Erbschaft als der Anstand;
keine bessere Würde als das Wissen."

Wenn du dein Leben als Arbeit siehst,
dann hinterlass die Arbeit von heute nicht auf morgen,
denn was morgen passiert weiß man nie.

Sitten system

Das alevitische Sittensystem

Das alevitische Sittensystem ruht größten Teils auf folgenden Worten des Haci Bektas Veli: „Schütze die Reinheit deiner Zunge, deiner Hände und deiner Lende.“ Dieser ist wahrscheinlich einer der umfangreichsten Sätze der Welt. Mit diesem Satz hat der alevitische Geistige das erreicht, was andere in vielen Büchern und Wörtern nicht erreichen konnten.

HÄNDE: Die Hände praktizieren sowohl Nützliches, Gutes, als auch Unnützliches, Schlechtes. Wenn jemand die Reinheit seiner Hände nicht mehr beherrscht so könnte er beispielsweise zu einem Mörder oder Dieb werden. Wenn jemand die Reinheit seiner Hände beherrscht, dann wird er produktiv. Ein Mensch, der etwas erzeugt, herstellt, produziert, an etwas arbeitet ist ein guter Mensch. Ein Guter Mensch dient nicht nur sich selbst, sondern der Gesellschaft. Er sorgt für die soziale Sicherheit und Zufriedenheit.

LENDE: Mit der Lende ist die Sexualität gemeint. Wenn man seine sexuellen Gefühle beherrscht und die eigene Sexualität für sich lebt, schädigt man weder sich selbst noch die Gesellschaft. Ein Mensch, der seine Triebe nicht zügeln kann, könnte durchaus zu einem perversen Menschen, gar zu einem Sexualverbrecher werden. Solche Menschen schaden nicht nur sich selbst, sondern auch der Gesellschaft. Ein Mensch, der seine Triebe zügelt kann wohl erzogene Kinder der Gesellschaft schenken. Unerzogene Menschen sind der Gesellschaft wie eine Plage. Daraus folgt, dass ein Mensch der sowohl die Reinheit seiner Hände, als auch die Reinheit seiner Lende beherrscht mehr als nur ein sich selbst unschädlicher Mensch ist. Denn solch ein Mensch kann eine Familie gründen und der Gesellschaft nützliche Kinder erziehen.

ZUNGE: Durch die Zunge können Menschen untereinander kommunizieren. Man kann mit seiner Zunge Gutes und Schlechtes seinen Mitmenschen weitergeben. Der Mensch sollte seine Zunge vor Lügen und Lästereien schützen und seine Zunge nicht für so einen Unsinn benutzen. Ein Mensch, der keine Lügen. Lästereien erzählt und Gerüchte auf die Welt setzt, schützt die Reinheit seiner Zunge. Der Mensch sollte das von ihm gehörte Falsche korrigieren. Er soll, ohne die Würde des Anderen zu verletzen, sprechen.

Ein Buch, Namens „Makalat“, von Haci Bektas Veli ist heute noch erhalten. In jenem Buch sagt der Geistige der Menschheit: “Der Mensch hat drei Freunde. Sobald er stirbt bleibt einer zu Hause, der andere verlassen. Der dritte geht mit ihm. Der Freund, der zu Hause bleibt ist, sein Erbe, der verlassene seine Freunde. Der, der mit ihm geht, sind seine Wohltaten. Derjenige, der die Reinheit seiner Zunge, Hände, Lende schützt oder wenigstens versucht zu schützen, ist ein guter Mensch. Während er die Reinheit seiner Hände schützt, übt er keine Art von Gewalt und Verbrechen aus. Während er die Reinheit seiner Lende schützt, lebt er seine Sexualität für sich aus. Der Mensch wird eine hervorragende Mutter/ ein hervorragender Vater und Lebenspartnerin/ Lebenspartner. Während er die Reinheit seiner Zunge schützt, lügt oder lästert der Mensch nicht. Wenn der Mensch sich ein wenig an diese Worte des Haci Bektas Veli halten würde, würde jede Art von Degeneration und Bigotterie ein Ende finden.

Von Remzi Kaptan

Werte system

Salzgitter Alevi Kültür Dernegi
Alevilik Das Wertesystem des Alevitentums
(VON: ISMAIL KAPLAN, BILDUNGSBEAUFTRAGTER DER AABF)

Die vier Tore und vierzig Stufen (Dört Kapi Kirk Makam)

Der Lebenslauf des Menschen ist nach alevitischer Vorstellung vom Streben nach einer Entwicklung des Denkens und des Ethos bestimmt. Die Aleviten sprechen von den „Vier Toren“, die der Mensch zu durchschreiten habe, um seiner Bestimmung auf der Erde gerecht zu werden und um die oben genannten Entwicklung (die Annäherung an Gott) zu erreichen. Jedem Menschen wohnt die heilige Kraft des Schöpfers inne. Durch den richtigen Weg kann jeder Mensch seine heilige Kraft entdecken und Gott näher kommen. Die Grundlagen des alevitischen Glaubens bestimmen den Glaubensvollzug.

Der „alevitische Weg“ führt durch „Vier Tore“, für die jeweils zehn Stufen gelten. Die Gebote des Alevitentums sind denn auch weniger religiöse als vielmehr ethische Vorschriften, die zu wechselseitigem Respekt und Liebe anhalten und ein gutes Zusammenleben der Gemeinschaft ermöglichen. Ein wesentlicher Teil dieser Stufen (makam) im Alevitentum ist der Bestandsteil allgemeingültiger Tugenden, die in der Erziehung und Bildung als Richtziele vorgeschrieben sind: zum Beispiel das Lernen, die Fürsorge für andere zeigen, die Natur lieben und schützen, Gutes wollen und tun, das eigene Ego beherrschen und bekämpfen, nicht hinterhältig und nachtragend sein, gerecht sein, ehrliches und rechtmäßiges Verhalten zeigen, Ehrfurcht und Achtung haben, ein harmonisches (konfliktfreies) Leben in der Gemeinschaft anstreben, geduldig sein, bescheiden sein, freigebig sein, alle Menschen als gleich betrachten, die Wahrheit frei aussprechen.

Aleviten glauben, durch das alevitische Wertesystem der “Vier Tore Vierzig Regeln“ zu reifen und den Weg zur Vervollkommnung zu finden. Die batini Ausrichtung der Aleviten, die Schriften und Glaubensaussagen mit ihren verborgenen (batini) Deutungen zu übernehmen, findet man überwiegend im Wertesystem „Vier Tore, Vierzig Stufen“. Um dieses System zu erläutern, kann z. B. die Öllampe als Analogie vorgestellt werden. Die Öllampe als Nutzware kann äußerlich betrachtet und wahrgenommen werden (äußerliche Ordnung). Ohne ihr Licht kann die Bedeutung einer Lampe aber nicht verstanden werden. Allein das Licht als wichtige Funktion wahrzunehmen, reicht jedoch nicht aus, sondern man muss die Funktionalität der Öllampe physikalisch begreifen. Man muss verstehen können, dass das Licht durch das Brennen des Öls entsteht. Das Öl kann aber ohne Docht nicht brennen. Um diese Kenntnis zu erlangen, benutzen wir unsere Augen, unser Vorwissen und unseren Verstand (Erkenntnis). Das Licht als die Erscheinung des Geheimnisses des Öls ist das Ergebnis, das am Ende eines Prozesses zustande kommt, in dem das Ziel mittels der Materie ausschließlich durch den Verstand erreicht wird (Wahrheit). Ein vergleichbarer und noch komplexerer Denk- und Wahrnehmungsablauf ist nötig, um den Prozess der Vervollkommnung zu verstehen. Dabei nutzen Menschen ihren ganzen Körper, ihren Verstand, ihr Gedächtnis, ihre Gefühle und ihren Geist. Die folgende Gegenüberstellung soll als Hilfsmittel für die Verdeutlichung verstanden werden.

Wertesystem im Alevitentum

Bereiche des Denk- und Wahrnehmungsprozesses bei Menschen

Teile einer Lampe

Prozess der Vervollkommnung

Seriat

Ordnung

Körper

Wahrnehmen

Öllampe

Die materielle Natur der Geschöpfe lernen

Tarikat

mystischer Weg

Verstand

Erkennen

Docht

Sich von Begierde zur Liebe und von Vielheit zur Einheit zu bewegen

Marifet

Erkenntnis

Gefühl

Erfühlen

Öl

Fähigkeiten durch das Herzensgefühl zu entdecken

Hakikat

Wahrheit.

Geist

Tun

Licht

Die Endstation der geistlichen Reife (das Geheimnis der Existenz) zu erreichen. Es gibt unter Aleviten Einigkeit über dieses Wertesystem, jedoch gibt es teilweise unterschiedliche Bezeichnungen für die einzelnen Stufen. Seit dem frühen 15. Jh. findet man verschiedene Angaben zum Wertesystem „Vier Tore, Vierzig Stufen“ in den alevitischen Dichtungen und Texten. Hier sind als Quellen hauptsächlich Buyruk und Makalat verwendet worden: Das erste Tor ist seriat:

Als das erste Tor gilt im alevitischen Wertesystem seriat. Es steht fest, dass die Aleviten mit dem Begriff seriat auf keinen Fall das islamische Rechtssystem „Scharia“ als religiöses Gesetz meinen. Viele Aleviten glauben, dass sie durch die Geburt in die alevitische Gemeinschaft dieses Tor durchschritten also „erledigt“ hätten. Für Aleviten ist dieses Tor lediglich eine äußerliche Voraussetzung für Regeln, die sichtbare Handlungen auf dem mystischen Weg beschreiben. Es sind Regeln, die durch das Sehen, Hören und Mitmachen wahrgenomen, verstanden und gelernt werden. Ein Wegweiser oder Meister (rehber) kann dabei dem einzelnen Schüler (talip) helfen. Die Tor Seriat wird durch die Befolgung der zehn Stufen erreicht:

1. glauben und bezeugen (Glaubensbekenntnis aussprechen)

2. lernen (Wissenschaft lernen)

3. Gottesdienst verrichten (dazu gehört beten, fasten, milde Gaben geben)

4. ehrliches legales Einkommen haben

5. Ausbeutung (haram) und Ungerechtes vermeiden

6. die Achtung der Männer Frauen gegenüber

7. die Ehe suchen (außereheliche Verhältnisse vermeiden)

8. Fürsorge für andere zeigen

9. reines Essen zu sich nehmen, für gutes Ansehen sorgen

10. Gutes wollen und tun Das zweite Tor ist der mystische Weg (tarikat)

Das zweite Tor „tarikat“ wird durch die Initiation (ikrar) in die alevitische Gemeinschaft eröffnet. Der türkische Begriff tarikat steht hier nicht für eine bestimmte Ordenstradition oder den sufischen Weg. Das Ziel ist dabei, den Sinn des Glaubens zu verstehen und zu erkennen. Um dieses Ziel zu erreichen, braucht der Mensch einen Wegweiser (rehber), der ihn begleitet und ihm Beistand leistet. Das ist der Prozess, in dem der Mensch seinen Platz in der Gemeinde findet und versucht, seine Handlungen immer wieder mit dem in Einklang bringen, was in der Gemeinde Konsens ist. Das Durchschreiten dieses Tores wird erreicht durch die Befolgung der zehn Stufen:

1. sich dem geistlichen Lehrer (pir) anvertrauen

2. sich dem Lernen hinzugeben

3. auf äußeres Ansehen verzichten

4. eigenes Ego bremsen und dagegen kämpfen (sabir)

5. Achtung haben

6. Ehrfurcht haben

7. auf Gottes Hilfe hoffen

8. sich auf den Weg Gottes begeben

9. Gemeinschaft bezogen sein, Harmonie zeigen

10. Menschen und Natur lieben, schützen und auf weltliche Güter verzichten

Aleviten bezeichnen den mystischen Weg als Mohammed- Ali Weg. Der Dichter Hatayi (16. Jh.) beschreibt den Weg wie folgt:

Ibtidadan yol sorarsan
Yol Muhammet Ali`nindir.
Yetmis iki dil sorarsan,
Dil Muhammet Ali`nindir>

Gece olur gündüz olur
Cümle alem dümdüz olur
Gökte kaç bin yildiz olur
Ay Muhammet Ali`nindir

Hatayi oturmus aglar
Diline geleni söyler
Top olmus ortada döner
Nur Muhammet Ali`nindir.

Wenn du mich nach dem Weg fragst
Es ist Muhammed- Ali`s Weg
Wenn du nach heiligen Sprachen fragst
Es ist die Sprache von Muhammed-Ali

Die Nacht wird zum Tage
Die Berge verwandeln sich in Täler
Der Himmel wird zu zahllosen Sternen
Sie gehören Muhammed-Ali

Hatayi sitzt und weint
Sagt alles, was er denkt
Erscheint als leuchtender Ball
Sein Licht reflektiert das von Muhammed- Ali

Ü.: Ismail Kaplan
Das dritte Tor ist das Tor der Erkenntnis (Marifet).

Der Begriff marifet bedeutet mystische Erkenntnis und ist eine Voraussetzung für die angestrebte Vervollkommnung. Was die Menschen von anderen Lebewesen unterscheidet, ist das menschliche Bewusstsein. Das menschliche Bewusstsein führt zur Erkenntnis der wahren Bedeutung des Menschen. Die Freude über diese Erkenntnis und das Erkennen der Schönheit der Schöpfung, die sich als Einssein von Körper, Emotion, Verstand und Geist offenbart, führt zu Hingabe und Ehrerbietung. Allein auf diese Hingabe zielt das Cem-Gebet und Muhabbet. Als „muhabbet“ bezeichnet man eine Zusammenkunft, bei der religiöse Gesänge vorgetragen und die Angelegenheiten der Gemeinschaft behandelt werden. Das zentrale Anliegen dabei ist die einvernehmliche Verständigung der Mitglieder der alevitischen Gemeinschaft untereinander in einem Ort der Zuneigung und Liebe (muhabbet meydani).

„Der Schöpfer schuf alles
mit Liebe und dem Gefühl des muhabbet.
Muhabbet ist der Pfeiler
des Himmels und der Erde,
über Muhabbet führt der Weg zu Gott.“

Die Selbsterkenntnis des Menschen ist also keine isolierte Erkenntnis des Individuums, sie wird vielmehr erst im gemeinschaftlichen Einssein erreichbar. In diesem rituellen Einssein wird die Selbsterkenntnis zugleich zur Gotteserkenntnis, zur Offenbarung des Weges zu Gott. Der Mensch kann gemeinsam mit seinen Mitmenschen leichter zur Wahrheit gelangen und dieses ist wiederum keineswegs endgültig, sondern erneuert sich immer wieder in jedem neuen Ritual, in jeder weiteren Zusammenkunft (muhabbet). Die Erkenntnis wird nach alevitischer Vorstellung erreicht durch die Befolgung der folgenden zehn Stufen:

1. sich gut benehmen und anständig sein
2. ehrenhaft leben
3. geduldig sein
4. genügsam sein
5. schamhaft sein
6. freigiebig sein
7. sich um Wissen bemühen
8. Ausgewogenheit und Harmonie bewahren
9. gewissenhaft sein; Fähigkeiten, die nicht (nur) durch die Vernunft zu erreichen sind, sondern durch den Seelenblick (can gözü/gönül gözü) entdecken und erreichen
10. Selbsterkenntnis üben

Wer durch dieses Tor geht, vertieft die Lehre und die Bedeutung des Gelernten. Denken und Verhalten gehen ineinander über. Das Tor rettet den Menschen vor Unwissenheit und bereitet ihn für das vierte und letzte Tor (hakikat) vor. Das vierte Tor ist die Wahrheit (Hakikat).

Im Zentrum des alevitischen Glaubens steht der Mensch als Wesen, das sich selbst sucht und erkennen will. Wer bin ich? Wo komme ich her? Wo werde ich hingehen? Seit Jahrtausenden versuchen die Menschen, ihr Wissen zu erweitern. Das Wissen über sich selbst blieb jedoch bis heute lückenhaft, so lange es nur ein Wissen des Verstandes war. Die Einbettung von Wissen des Verstandes in das emotionale Wissen des Körpers durch Musik und Bewegung macht aus dem Wissen des Kopfes ein Wissen des ganzen Menschen. Der Mensch erfährt sich ganz und weiß sich ganz, und so vermag er dann auch als ganzer zu handeln, nicht nur vom Kopf her, sondern im gewollten Einklang von Gefühlen und Körper. In dieser Ganzheitlichkeit liegt dann der Schlüssel zur Wahrheit (Hakikat), zur Selbsterkenntnis und dem, was aus ihr folgt. Dazu sind folgende Stufen zu benennen:
1. bescheiden sein, alle Menschen achten und ehren, 72 Glaubensgemeinschaften als gleichberechtigt anerkennen [1]
2. an die Einheit von Allah, Muhammed und Ali glauben
3. Beherrsche dich (Hüte, deine Hand, deine Zunge und deine Lende); nicht lügen, nicht stehlen und nicht gewalttätig werden, keine Untreue in der Ehe
4. Glaube an die Widerspiegelung Gottes (seyr)
5. Gott Vertrauen schenken
6. Austausch und Freude über die Erkenntnis, mit Gott und seiner Gemeinde eins zu sein (Yunus Emre: Ich habe genug an der Spaltung/Trennung gelitten, ich genieße jetzt das Zusammensein. Ikilikten usandim, birlik hanina kandim.)
7. Wachsen in dieser Erkenntnis und dabei der Lösung des Geheimnisses Gottes näher kommen
8. Einklang mit dem Willen Gottes zeigen
9. sich ins Nachsinnen über Gott versenken (auch ein kurzzeitiges Versenken in Gott zählt mehr als 70 Jahre Gebet)
10. das Herz von der Sehnsucht nach Gott erfüllen zu lassen und das Geheimnis Gottes lösen (münacat und müsahede)

Die „Vier Toren und Vierzig Stufen“ sind nicht als lineare Richtung, als hintereinander stehende Reihe von Regeln zu verstehen. Es sind Werte und äußerliche Regeln, die untereinander in Beziehung stehen, die gleichzeitig einzuhalten und zu fühlen sind. Es ist für die Gläubigen eine lebenslange Aufgabe, sich mit diesen Werten auseinanderzusetzen und sein Ego zu besiegen. Alevitische Geistlichen versuchen, diese Aufgabe durch einfache und nachvollziehbare Gleichnisse zu verdeutlichen. „Beim Tor seriat gibt es Besitzstandbezeichnungen wie meins und deins. In den Toren tarikat und marifet sowohl deins als auch meins. Beim Tor hakikat weder deins noch meins“.

Nach der Überlieferung sprach Yunus Emre nach 40- jährigem Dienst im Kloster (dergah) bei Tabduk Emre die von ihm erkannte Wahrheit hakikat wie folgt aus:
Haktan inen serbeti içtik elhamdülillah
Kuru idik yas olduk, ayak idik bas olduk,
Kanatlandik kus olduk, uçtuk elhamdülilah.

Yunus Emre

Wir waren trocken, wurden feucht (lebendig),
wir waren Fuß, wurden Kopf,
Beflügelten uns, wurden Vögel, flogen- Lob, Preis sei Gott !
(Übersetzung: Annemarie Schimmel) Die Aleviten glauben, dass jede Alevitin und jeder Alevit durch den Anteil ihrer/ seiner heiligen Kraft Gottes zur Erkenntnis der Wahrheit Gottes kommen kann, wenn sie/ er ihr/ sein Leben regelmäßig und vollkommen nach den oben genannten Stufen führt. Ein Gedicht von Yunus Emre sagt zum Gefühl für die Stufe „Wachsen in der Erkenntnis“:

Canlar canini buldum,
Bu canim yagma olsun.
Assi ziyandan geçtim
Dükkanim yagma olsun

Yunus Emre

Ich fand die Seele der Seelen.
Ich stelle mein Leben Gott zur Verfügung.
Ich verzichte jegliche Belohnung
Aus meiner Fülle kann jeder nehmen.
(Übersetzung: Ismail Kaplan)
Quelle: Ismail Kaplan, Das Alevitentum -eine Glaubens- und Lebensgemeinschaft in Deutschland, Hrsg.: AABF, März 2005, Köln